1_Kirche Heilig Geist

Kirche Heilig Geist | Ludwig-Wolker-Straße 10, 40477 Düsseldorf

Ein Versuch

der Annäherung  in  Geschichte,  Beschreibung und Deutung

 

CHRONOLOGIE

1910 – 1911  Errichtung der Kirche und der dazugehörigen Gebäude

1943 – 1945  Zerstörung der Kirche und Teilzerstörung der Pfarrgebäude

1949               Notkirche in nördlichen Seitenschiffen

1953 – 1955  Restaurierung des Mittelschiffs und des Südschiffs

1957               Restaurierung des gesamten Kirchenraums abgeschlossen

1972 – 1974  Neubau des Pfarrzentrums

1980 – 1981  Renovierung der Kirche

Zwei Architekten haben an Heilig Geist gewirkt.

Geschichte

Josef Kleesattel (1852–1926), der in der damaligen Rheinprovinz insgesamt 40 Kirchen entworfen hat, davon neun in Düsseldorf, hat diese Kirche in seinem charakteristischen Stil erbaut. Manche Kunsthistoriker sprechen von Kleesattelstil.

Die Stadt Düsseldorf hat diesem Künstlerarchitekten auf dem Nordfriedhof ein Ehrengrab gewidmet (Feld 48), und zwar als Kirchenbaumeister. Man darf annehmen, dass diese Auszeichnung ihm auch als Erbauer der 1938 zerstörten Synagoge an der Kasernenstraße zuerkannt wurde. In Düsseldorf gibt es auch eine Kleesattelstraße und eine Kleesattelschule.

Es ist ein glücklicher Zufall, dass in unserer Großgemeinde mit St. Rochus und Heilig Geist zwei Kleesattelkirchen benachbart sind.

Sankt Rochus (der Dom von Düsseldorf) ist sein erster neuromanischer Kirchenbau überhaupt, Heilig Geist sein vorletzter. Vom ursprünglichen Zustand ist bei dem einen nur der Turm, bei dem anderen der größte Teil des Mauerwerks erhalten.

Heinz Thoma (1904-1994) hat nach dem Krieg in den oben genannten vier Zeitabschnitten den Wiederaufbau und die Restaurierung der Kirche und des Pfarrzentrums betreut. Bekannt wurde er in Düsseldorf als Architekt des Franziskanerklosters (Abriss 2017). Er ist  im Kirchenbau hauptsächlich tätig gewesen bei der Transformation der historischen Gebäude in eine neue, sachliche Formensprache. So auch die Kassettendecke in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit.

Die Kirche

Beschreibung

Die klar gegliederten wuchtigen Zwillingstürme von Heilig Geist setzen ein markantes Zeichen in der Stadtlandschaft. Kirchenbau ist auch Städtebau. Um aber herauszufinden, wie sich die Türme mit dem Baukörper verzahnen, ist es am besten, außen in drei Schritten um die Kirche herumzugehen (vielleicht nur in Gedanken).

Von der Ludwig-Wolker-Straße vor der Seitenfront des Jugendhauses (Architekt Bernhard Pfau, Schauspielhaus) aus sieht man die Längsfront der neuromanischen Basilika. Den fünf Fenstern und Portal entsprechen im Innern sechs Joche.

Die Einbindung in den Straßenverlauf hat zwar den Vorteil, dass die Kirche genau nach Osten ausgerichtet ist, bedeutete aber den Verzicht auf eine Eingangs- oder Hauptfassade. Kleesattel stellte deshalb die Türme an die Moltkestraße neben die Apsis. Er hat den Baukörper im sechsten Joch etwas zurückspringen lassen, um den Südturm vom Straßenniveau aufsteigend sichtbar zu machen.

Die Gebäude rechts und links hat Heinz Thoma entworfen, rechts als Wiedererrichtung der Sakristei auf dem alten Sockel aus Basalt, links den Neubau des Pfarrzentrums an der Stelle der zerstörten Kaplanei. Die Sakristei, ein Häuschen mit einfachen Fensterreihen, wirkt profillos und neben dem Turm deplatziert, sie erstreckt sich bis in das Untergeschoss des Turms. Das Pfarrzentrum ist ein gelungenes eigenwilliges Bauwerk, das durch die angeschrägten Balkone und den Treppenturm deutlich macht, dass es nicht als normales Wohnhaus gesehen werden will.

Das Südportal

Deutung  

Professor Josef Kleesattel war Architekt und Lehrer für Bauschmuck. Er hat auch das reich ornamentierte Stufenportal in Sandstein geschaffen. Wie im Mittelalter ist hier der aufwendige Schmuck mit der Vorstellung verbunden, dass der Besucher einen Raum betritt, der aus dem Normalen herausgehoben ist, der einer anderen Wirklichkeit angehört, eben der sakralen. Der heutige Zugang zur Kirche ist im Gebäude des Pfarrzentrums. Dort gibt es eine einfache Tür aus Holz und Glas.

Steinmetzarbeiten sind auch besonders reich im Obergaden ausgeführt, am Gesims und an den Fensterlaibungen. Das Haus Gottes sollte kostbar geschmückt sein.

In der Wand neben und über dem Portal sieht man viele nur notdürftig verputzte Schadstellen aus dem Bombenkrieg. Heilig Geist war völlig ausgebrannt. Aber vor diesen Splitterschäden sollte man nicht nur an die materiellen Zerstörungen in der Kirche denken, sondern auch an die vielen Gefallenen, Getöteten, Ausgebombten dieser Gemeinde. Die Spuren in der Wand machen sie zum Denkmal.

Südportal (c) Nicole Peterlein und Marcus Lütkemeyer
HL-Geist_1913 (c) kath-derendorf-pempelfort.de

Apsis - gestern und heute

Beschreibung 

Die hohe Wand zwischen den Türmen markiert den stärksten Eingriff in die Substanz des kleesattelschen Baus. Denn hier befand sich die Apsis der Kirche, also der Ostabschluss des Altarraums. Durch eine Sprengbombe war die Kalotte aufgeschlagen. Ohne Zweifel hätte man die Wölbung wiederherstellen können. Aber der Zeitgeist und der Architekt wollten es anders. Und so haben wir jetzt im Aufriss einen Basaltsockel mit vergitterten Fenstern, eine hohe glatte Wand, in der oben acht einfache Rundbogenfenster eingelassen sind (fast eine Kopie der Fenster im Obergaden der Kirche) und darüber die originale Galerie, die erhalten blieb, weil sie durch das Tonnengewölbe getragen war.

Ansicht-Apsis (c) Nicole Peterlein und Marcus Lütkemeyer

Geschichte

Neugotik und Neuromanik waren als Baustile in der profanen Architektur schon lange theoretisch begründet und praktisch erprobt, als Ende des 19. Jahrhunderts (im Kaiserreich) sowohl die katholische wie die evangelische Kirche Deutschlands sie verpflichtend machten. Das Lebenswerk Josef Kleesattels beweist, dass der enge stilistische Rahmen des Historismus nicht Verarmung bedeuten muss, sondern sogar Phantasie freisetzen kann.

Nach dem ersten Weltkrieg setzte sich ein neues Denken in der Architektur durch. Die Neo-Stile wurden als epigonal und kraftlos empfunden. Mit neuem Material (Backstein, Beton, Stahl) entstand eine neue Formensprache, sachlich, rational, funktional, und mit rechten Winkeln statt Bögen. Kleesattel hat nach 1914 keine Kirche mehr gebaut.

Nordturm

Beschreibung  

Im Erdgeschoss des Nordturms befindet sich eine Kapelle, auch nach außen sichtbar durch die kleine Apsis. Rechts hinter dem Turm aber zeigt sich mit einer vorspringenden Mauer und dem Dach eine überraschende Erweiterung des Gebäudes. Kleesattel hat hier zu der äußerst seltenen und für ihn ungewöhnlichen Lösung gefunden, ein komplettes drittes Seitenschiff anzufügen. Der Grundriss der Kirche ist asymmetrisch.

Das ehemalige Pfarrhaus war teilzerstört, zeigt aber jetzt noch mit dem kostbaren Rahmen (Gewände) der Tür und den Nischen, dass es Teil des Ensembles war. Ursprünglich schloss sich ein zweistöckiges Gebäude an, so dass die Kirche in einem Viertelkreis bis zur Kaplanei von Häusern der Gemeinde flankiert wurde. Dieses Gebäude mit schönem Fassadenschmuck, das nach dem Krieg mehr als zwei Jahrzehnte, wenn auch notdürftig, für Versammlungen und Proben genutzt worden war, hat man 1972 abgerissen. Das Anliegen des Denkmalschutzes war damals noch nicht sehr ausgeprägt.

Der Eingang zur Kirche ist hier, am nördlichen Seitenschiff, breiter, aber kleinteiliger gestaltet. Eine kleine Vorhalle (Paradies) umfasst neben dem Hauptportal auch zwei Seitentüren. Hinter diesen liegen Treppen zum Kellergeschoss.

Betritt man den Innenraum der vierschiffigen Kirche, so fällt die zweite Maßnahme der Erweiterung sofort ins Auge: In Ermangelung einer größeren Kapelle hat Josef Kleesattel eine Krypta angelegt und dadurch den Altarbereich ungewöhnlich stark (9 Stufen) angehoben.

Geschichte  

Die Kirche wurde 1943 nahezu vollständig zerstört. Ausgerechnet am Samstag vor dem Pfingstfest, dem Patrozinium, brannten die Dächer und die Decken stürzten ein.

Die Gemeinde hat nach dem Krieg die beiden linken Seitenschiffe sechs Jahre lang als Notkirche genutzt (siehe Chronik), indem man sie gegen das Hauptschiff durch eine Mauer abschirmte.

Beschreibung

Von der Ausstattung blieb nur wenig erhalten. Das Taufbecken aus Marmor (nach einem Entwurf von Kleesattel) war nur leicht beschädigt, Allerdings war der bronzene Deckel verloren. Er wurde später von dem Mataré-Schüler Paul Grimm ersetzt.

Der Taufstein hat in der kleinen Seitenapsis hinten links einen würdigen Platz gefunden, umgeben von Heiligenfiguren. Diese sechs Reliefs aus bronziertem Eisenguss stammen vom ehemaligen Hochaltar. Zwei andere wiesen so schwere Beschädigungen auf, dass man auf eine Restaurierung und Wiederverwendung verzichten musste.

Church_of_Santi_Nereo_e_Achilleo (c) Livioandronico2013, Church of Santi Nereo e Achilleo, CC BY-SA 4.0

Geschichte

Unter den Namen der Heiligen an der Wand sind uns Nereus und Achilleus ganz fremd. Wenn man nun forscht, wieso gerade in Heilig Geist diese beiden Heiligen verehrt wurden, stößt man auf eine erstaunliche Spur, die aus den römischen Katakomben über die Zeit Karls des Großen bis zu Josef Kleesattel reicht.

Als 1903 Anton Fischer als Erzbischof von Köln bestätigt wurde, war eine der ältesten Titelkirchen Roms gerade vakant geworden, und zwar die kleine Basilika Nereus und Achilleus in der Nähe der Caracallathermen. Fischer wurde dort Kardinalpriester. Ob er bei der Planung der Heilig-Geist-Kirche den Hinweis gegeben hat oder ob Kleesattel sich in der Architektur der Ewigen Stadt so gut auskannte, dass er die Eignung dieser alten Basilika als Modell einschätzen konnte, ist ungewiss. Kardinal Fischer aber war diesem Vorhaben besonders zugetan. Er kam selbst zur Grundsteinlegung.

Die römische Kirche ist den frühchristlichen Märtyrern aus der Domitilla-Katakombe geweiht, in karolingischer Zeit (814) gebaut, umgestaltet, restauriert, manieristisch ausgemalt, aber in der Grundsubstanz erhalten. Kleesattel  konnte für Düsseldorf übernehmen: die basilikale Form, in etwa die Größe, die sechs Joche, den Triumphbogen mit der sich anschließenden Apsis, die achteckigen Säulen mit antikisierenden Kapitellen und die gespaltene Treppe zum Altar. Statt des offenen Dachstuhls hat er eine flache Decke eingezogen. (Ein Gebot des Klimas.)  Dass die Apsis ursprünglich von zwei Türmen flankiert war, wird er mit Genugtuung registriert haben.

Hl-Geist_Innenraum_alt (c) kath-derendorf-pempelfort.de
Innenansicht (c) kath-derendorf-pempelfort.de

Beschreibung

Heinz Thoma hat nicht einen Wiederaufbau geplant, sondern er wollte eine Neugestaltung durch Umformung, durch Vereinfachung und Vereinheitlichung.

Von außen ist als gravierende Veränderung die Eliminierung der Apsis aufgefallen. Das bedeutet zugleich die Verkürzung der Krypta (deren Fenster vergittert zu sehen sind.) Im Innern resultierten aus dem Verlust der Apsis erhebliche Schwierigkeiten, besonders bei Aufstellung des Hochaltars und beim Zugang aus der Sakristei.

Die Lösung dieser Probleme geschah radikal: Die Krypta wurde nach vorn erweitert, und zwar um ein Joch. Die Sakristei öffnete sich jetzt zum Kirchenschiff, die Treppenanlage wurde nun breit und durchlaufend angelegt.

Zur Vereinheitlichung des Kirchenraums trägt erheblich bei, dass die flache Decke (durch Querbalken rhythmisiert) sich nun bis in den Chorraum erstreckt. Der Triumphbogen und das Tonnengewölbe wurden überflüssig. Die teilweise beschädigten ungewöhnlich geformten Säulen wurden vereinfacht, mit schmucklosen Kämpfern statt der Kapitelle und  mit einer Ummantelung durch Fliesen-Mosaik – damals wahrscheinlich geschmackvoll !

Die eigentliche Problemzone ist der Kopf des rechten Seitenschiffes. Kleesattel hatte auch hier in einer Apsis einen Seitenaltar aufgestellt. Nun liegen dort der Treppenabgang zur Krypta und daneben die Empore mit einem Heizungsgitter. Ein unharmonisches Bild!

Die linken Seitenschiffe sind nach 1955 restauriert worden. (Siehe Chronologie.) Thoma verzichtete hier auf die Veränderung der trennenden Säulen.

Deutung

Es ist ein gut überschaubarer, etwas nüchterner heller Raum entstanden, konzentriert auf das Wesentliche, der trotz der relativ kleinen Grundfläche durch die Höhe monumental wirkt. Bei der Renovierung (siehe Chronik) wurden die Kanzel und die Kommunionbänke entfernt und der Volksaltar aufgestellt. Die breite  Hochaltarmensa, obwohl mit dem Tabernakel immer noch bedeutsam, wirkt dadurch architektonisch überflüssig.

Geschichte

Zur Klarheit des Innenraums trägt auch bei, dass alle Wände (außer der Nordwand im Seitenschiff) weiß gestrichen sind. Das ist der exakte Gegensatz dessen, was für den Kleesattelbau geplant war und ausgeführt wurde.

In der großen Koloman-Moser-Ausstellung 2007 im Wiener Leopold Museum war ein Raum ganz der Kirche Heilig Geist in Düsseldorf gewidmet, genauer gesagt den 1907 entstandenen Entwürfen zur Ausmalung der gesamten Kirche. (Katalog, Prestel Verlag   S. 266 – 273). Der Kunstverein der Rheinlande und Westfalen hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, und der Wiener Maler hatte mit seinem großen Bildprogramm den 1. Preis gewonnen. Bei einer Ausstellung wurden seine Entwürfe (Google: Koloman Moser Heilig Geist) von der Presse enthusiastisch gefeiert als „ein Fest in Blau und Gold“. Dennoch wurden sie nicht ausgeführt.

Stattdessen entschied man sich, den Entwurf des Kirchenmalers Professor Wilhelm Döringer (3. Preis) zu realisieren. Er sah eine rein dekorative Ausmalung aller architektonischen Elemente, einschließlich der Säulen, in gedeckten, aber warmen Farben vor.

Fenster_01 (c) Nicole Peterlein und Marcus Lütkemeyer

Beschreibung

Heute sind es die Fenster, die in den weiß gekalkten Raum Farben hineinbringen. Die strenge Reihe der Chorfenster im Osten (1954 Professor Anton Wendling)  leuchtet in der Morgensonne in der Geistfarbe Rot, im Tagesverlauf wird sie abschattiert und eingedunkelt durch graue und blaue Felder und ein Muster von  feinlinigen Kreuzen.

Dem Rot dieser Fenster antwortet das Rot des Gehäuses der Orgel. ( Klais Bonn, 1967, Opus 1354). Dieses Instrument kann sich in der Orgelstadt Düsseldorf gut behaupten, und es zählt (mit drei Manualen und 34 Registern) in unserer Großgemeinde zu den Konzertorgeln.

Fenster_02 (c) Nicole Peterlein und Marcus Lütkemeyer

Die kleinen Fenster in der Taufkapelle und in der Turmkapelle sind nicht bemerkenswert.

Die Fenster der Schiffe aber wurden 1998 von dem bekannten Glaskünstler  Karl-Martin Hartmann entworfen. Dieser setzt sich in Farben und Formen über alle Konventionen hinweg. In die Rundbogenfenster legt er zwei Rechtecke, eins in leuchtendem Orange-Gold, das andere in grünlichem Gelb. Dahinein schichtet er in mehreren Reihen abstrakte kleine Formen, bizarre Gebilde von einheitlicher Farbe, aber stark variierendem Umriss. Diese Formen verweisen in ihrer Vielfalt auf elementare Phänomene, sei es physikalischer oder biologischer Art.

Die derart gestalteten Fenster sind im Raum so verteilt, dass vorn rechts und links Rot verwendet ist und im rückwärtigen Teil ausgiebig ein kräftiges Blau. 

Deutung

Der Hinweis auf Elemente, wie sie in den Naturwissenschaften entdeckt worden sind, soll die künstlerische Gestaltung nicht infrage stellen, findet aber eine Begründung darin, dass Karl-Martin Hartmann Mikrobiologie mit Abschluss studiert hat. Diese Fenster als Programm vermitteln unterschiedliche, auch gegensätzliche Eindrücke: Einheit und Vielfalt, Einfachheit und Kompliziertheit, Serielles und Individuelles.

Beschreibung   

Die Figur Josef als Vater wurde 1957 von Herbert Belau geschnitzt. Der Ambo (1986) und das Kreuz (1988) sind Werke von Willi Dirx, in Auftrag gegeben auf Anregung des Pfarrers und späteren Subsidiars Msgr. Guido Aix. Die Anschaffung des Kreuzes war nach der Aufstellung des Zelebrationsaltars geradezu eine Notwendigkeit, um dem Auge einen Bezugspunkt vor der hohen kahlen Wand zu geben.

Pieta (c) Nicole Peterlein und Marcus Lütkemeyer

Die beiden Marienfiguren haben ein ganz unterschiedliches Schicksal. Die Pietàgruppe wurde 1921 als Mittelpunkt der Kriegergedächtniskapelle aufgestellt. Es ist eine qualitätvolle Arbeit des Düsseldorfer Bildhauers Franz Linden.

Madonna in Trümmern (c) Rolf Osterloh

Die Lourdes-Madonna ist 1939 im Allgäu geschnitzt worden. Im Krieg ist sie „auf wunderbare Weise“, wie immer gesagt wurde, zumindest aber auf sehr überraschende Weise unbeschädigt geblieben. Jetzt ist sie unter der Orgelbühne aufgestellt vor einer Wand aus leicht ornamentierten Kacheln, die eine Erinnerung an den Goldgrund vieler Heiligendarstellungen weckt.

Diesen Goldgrund und eine eindrucksvolle Buntheit findet man auf der Ikonostase im nördlichen Seitenschiff. Sie dient dem Ritus der Ukrainischen griechisch-katholischen   Gemeinde, die seit 2010 hier beheimatet ist. Zur Erläuterung des Bildprogramms wende man sich bitte direkt an diese Gemeinde          .

Deutung  

Heilig Geist ist einer der weniger bedeutenden Kirchenbauten Düsseldorfs. Aber wie bei allen Kirchen macht sich die Erinnerung an das wechselvolle Schicksal nicht nur fest bei der Architektur und bei der Ausstattung, sondern schließt alle Menschen mit ein, die hier Gemeinde gebildet haben, die hier die Weltkirche verortet haben.

Eine der neueren Erfahrungen ist es, dass auch Gemeinden sterben können, dass die Gebäude sogar aufgegeben und umgewidmet werden können. Dieses Schicksal blieb Heilig Geist erspart. Aber so wie die Pfarrei am Beginn des 20. Jahrhunderts infolge der Expansion der Wohnviertel in Derendorf ins Leben gerufen, das heißt von der Pfarrei St. Dreifaltigkeit „ausgepfarrt“ wurde, so wurde sie etwa 100 Jahre später als selbständige Einrichtung aufgegeben und in die Kirchengemeinde Derendorf Pempelfort unter der Bezeichnung Heilige Dreifaltigkeit eingegliedert, wenn man so will „eingepfarrt“.

Abschließend noch der Hinweis, dass das Jugendhaus (BDKJ) am Carl-Mosterts-Platz und die Zentrale der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) an der Prinz-Georg-Straße unmittelbar benachbart sind.