Wir im Pfarrgemeinderat

Ein Interview zur anstehenden Wahl mit den Pfarrgemeinderatsmitgliedern Christiane Benker (CB) und Jürgen Streng (JS).

Hallo Christiane, hallo Jürgen, Ihr seid beide im Pfarrgemeinderat (PGR) und habt Euch dazu entschlossen erneut zu kandidieren. Danke, dass Ihr hier ein bisschen Eure Arbeit im PGR beschreibt! Vielleicht beginnen wir mit ein paar Eckdaten…wie oft tagt denn der Pfarrgemeinderat eigentlich?
Christiane Benker (CB): 
Der PGR trifft sich etwa alle sechs Wochen. Das ist nicht so oft, und wenn die Sitzungen exzellent vorbereitet sind und eine straffe Sitzungsführung erfolgt, dann ist das auch gar nicht so zeitaufwändig. Man stimmt sich ab, bringt seine Punkte vor, legt sich für zukünftige Themen kurz die Karten. Die wesentliche Arbeit findet außerhalb der Sitzungen statt.

Die Sitzungen finden immer mit dem gesamten Gremium statt, oder?
CB: Ja, genau, das sind etwa 20 Personen: die gewählten Mitglieder, das Pastoralteam und ein Vertreter des Kirchenvorstandes.

Der Vorsitzende ist Pfarrer Dölle?
CB: Nein, im PGR wird die oder der Vorsitzende von den stimmberechtigten Mitgliedern gewählt. Und bildet mit einem oder drei weiteren gewählten Mitgliedern und dem Pfarrer den Vorstand.

Wer bringt denn die Themen in die Sitzungen?
CB: Die inhaltliche Arbeit wird durch unterschiedliche Themen getriggert. Es gibt natürlich Aufgaben, die erledigt werden müssen. Zum Beispiel in Nicht-Corona-Zeiten eine Agape-Feier in der Osternacht. 
Und dann gibt es Themen, die bringt vielleicht jemand aus seinem besonderem Charisma mit, aus seiner beruflichen Vorprägung. Das hat zum Beispiel dazu beigetragen, dass wir ein neues Kommunikationskonzept entwickelt haben. 
Genauso kann es sein, dass jemand im neugewählten Pfarrgemeinderat Talente und Fähigkeiten mitbringt, diese in die Arbeit einbringt und sich dann daraus besondere Dinge ergeben. Es ist also immer sehr unterschiedlich und geprägt von den Menschen, die im Pfarrgemeinderat sind.

Ich habe gesehen, dass es viele Arbeitskreise und Projektgruppen gibt. Findet diese Arbeit während der Sitzungen statt?
Jürgen Streng: 
Das ist zusätzlich. In der Pfarrgemeinderatssitzung wird aus den Gruppen berichtet, was Stand der Dinge ist, was man gemacht hat und was man in der Zukunft machen möchte. 
Ansonsten findet diese Arbeit außerhalb der Pfarrgemeinderatssitzungen statt. Es ist jeder frei, sich dort einzubringen oder auch nicht. Andersherum haben wir in den Arbeitskreisen auch Mitglieder, die nicht Pfarrgemeinderäte sind. Es ist also auch möglich, sich dort inhaltlich zu engagieren, ohne Mitglied des Pfarrgemeinderats zu sein.

Und neue Arbeitskreise und Projektgruppen können auch angestoßen werden?
JS: Na klar, auch das geht. Wir sind da nicht festgelegt und völlig frei in der Entscheidung.

Die Corona-Pandemie macht doch sicher auch vor dem Pfarrgemeinderat nicht halt. Wie hat das die Arbeit betroffen bzw. verändert? Gab es mehr oder weniger Treffen bzw. zu tun?
JS: Also an praktischer Arbeit gab es natürlich weniger zu tun. Ich bin im Arbeitskreis „Feste und Begegnungen“. Agape, Karneval, Pfingsten … da war nichts, das musste alles ausfallen. 
Es gab aber auch zusätzliche Aufgaben wie z.B. die ganzen Dienste zu den Gottesdiensten bezüglich der Corona-Auflagen. Das waren dann Sachen, die wir aus dem Pfarrgemeinderat heraus übernommen haben.

CB: Durch Corona fiel ganz viel Arbeit weg und wir mussten überlegen, wie erreichen wir die Gemeindemitglieder überhaupt noch. Es gibt ja auch noch viele andere Kreise und Gruppen in der Gemeinde. Diese im Blick zu behalten, ist auch immer eine wichtige Aufgabe für uns. Ich glaube, die Gruppen schaffen es ganz gut, sich selbst zu organisieren und auch den Zusammenhalt zu wahren. Das Schwierige im Moment ist ja, sich zu treffen. Auch im PGR treffen wir uns seit Monaten nur per Videokonferenz.

Was braucht man, um sich im PGR zu engagieren?
CB: Was muss ich mitbringen….ich denke Menschenliebe, Lust daran, etwas mitzugestalten bzw. die Zukunft mitzugestalten.
JS: Man braucht eine gewisse Offenheit, man sollte auf andere zugehen können und zugleich kein Problem damit haben, wenn andere auf einen zugehen.

Fällt es schwer, die Arbeit im Pfarrgemeinderat gerne zu machen vor dem Hintergrund der aktuellen Querelen um die Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum?
CB: Ich kann verstehen, wenn sich Mitchristen abwenden und den Rückzug antreten. Ich allerdings sehe meine Aufgaben hier in der Gemeinde. Ich mache das ja nicht für Herrn Woelki, sondern für die Menschen hier in der Gemeinde. Wir durchlaufen einen Veränderungsprozess. Wir können hier für die Leute viel machen, und das ist losgelöst von der Kirchenkrise.

Und das kann man nicht erreichen, wenn man erst einmal „raus“ ist?!
CB: Ganz genau.
JS: Und davon abgesehen: Mir macht es einfach auch Spaß! Ich habe Freude daran, hier in der Gemeinde Feste und andere Dinge zu organisieren. Und ich freue mich, wenn wir anderen Freude machen können und so zusammen Spaß haben.

Welches ist denn das schönste Ereignis, das Ihr mit dem Pfarrgemeinderat hattet?
CB: Für mich war es der Launch unseres Magazins 7x2. Das waren zwei Jahre Arbeit - und dann solch einen Erfolg zu feiern, das war schön.
JS: Meine erste Karnevalssitzung. Ich wurde irgendwie ins kalte Wasser geworfen, da ich das kurzfristig übernommen hatte, und am Ende hat doch alles gut geklappt.

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Peter Schulte-Zurhausen (Mitglied im Kirchenvorstand).

 

Informationen zum Pfarrgemeinderat und die aktuellen Mitglieder finden Sie hier.

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