St. Sebastianus Schützenverein Derendorf 1655 e.V.
Wer oder was sind wir eigentlich?

Schützen-Logo (c) Schützen Derendorf


Beim St. Sebastianus Schützenverein Derendorf 1655 e.V. handelt es sich um einen Brauchtumsverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das historische Schützenbrauchtum zu pflegen und fortzuführen. Die Anfänge liegen, wie der Name verrät, im Jahre 1655. Hier haben sich 120 Männer zur „St. Rochus und St. Sebastianus Bruderschaft Derendorf“ zusammengeschlossen. Der Überlieferung nach gehörten diese Männer bereits anderen Schützenvereinen, vermutlich der „St. Rochi Bruderschaft“ (Pempelfort), der „St. Sebastiani Bruderschaft“ (Derendorf) und den „Derendorfer Schützen“ an.
Da die Gründungsjahre dieser genannten Bruderschaften nicht zweifelsfrei belegt werden können, wird der Nachweis des Zusammenschlusses dieser drei Vereine im Jahr 1655 als Gründungsjahr des heutigen Vereins genannt. Es wird aber vermutet, dass die Gründung einer dieser drei Vereine auf das Jahr 1420 zurückgeht.
Zur Pflege des Brauchtums gehört zweifelsohne das Schützenfest als Höhepunkt eines jeden Schützenjahres. In Derendorf ist dies grundsätzlich das Wochenende um den ersten Sonntag im Juli. An allen Tagen wird mit einem tollen Programm auf dem Gelände am Vogelsanger Weg das Schützenfest mit Kirmes durchgeführt. An diesem Sonntag findet immer die große Parade zu Ehren des amtierenden Königspaares auf der Barbarastraße um 15 Uhr statt. 
Aber Moment! Der Vogelsanger Weg liegt doch gar nicht in Derendorf. Ja, das stimmt. Der Derendorfer Schützenverein repräsentiert nicht nur den Stadtteil Derendorf, sondern auch die weiteren vier Stadtteile Düsseltal, Golzheim, Mörsenbroich und Pempelfort. Somit ist der Verein mit seinen fünf Stadtteilen einer der größten Schützenvereine in Düsseldorf.
Das Schützenbrauchtum ist sehr facettenreich. Auch wenn viele nur das Schützenfest sehen, finden im Laufe eines Jahres viele Aktivitäten statt. Einen großen Teil davon nimmt die Pflege von sozialen Kontakten ein. Man unterstützt und hilft sich. Vor allem das Miteinander macht einen Schützenverein aus. Ein besonderes Merkmal soll aber nicht unerwähnt bleiben: Brauchtumsvereine sind eine der wenigen Institutionen, bei denen die unterschiedlichen Altersklassen miteinander existieren und kommunizieren. Dabei wird ein großes Spektrum von persönlichen, aber auch beruflichen Erfahrungen und Möglichkeiten abgedeckt. Das findet man selten.

Schützen schützen!

Einmal jährlich feiert ein jeder Schützenverein sein Titularfest, welches im kirchlichen Sprachgebrauch auch Patrozinium genannt wird. Für die Lateiner unter uns verbirgt sich in diesem Wort die Vokabel „patrocinium“, und dies bedeutet auf Deutsch „Beistand“.
Diesen Beistand, also das Beistehen, versuchen wir anlässlich des Namenstages unseres Schutzpatrons, dem heiligen Sebastian, zu leben. Wir wählen deshalb zu dieser Veranstaltung immer eine gemeinnützige Institution aus, die eines Beistehens bedarf.
Im Januar 2020 haben wir die Kindertafel in Düsseldorf mit einem Geldbeitrag bedacht, damit diese Unterorganisation der Düsseldorfer Tafel e.V. Kindern im Rahmen ihres Schulbesuchs ein gesundes Frühstück oder Mittagessen anbieten kann. Man denkt, dass in unserer Gesellschaft, besonders auch in einer florierenden Landeshauptstadt wie Düsseldorf, dies gar nicht notwendig sei. Leider mussten wir beim Bericht von Frau Eva Fischer (Vorstandsmitglied der Düsseldorfer Tafel e.V.) erkennen, dass dies bei weitem nicht so ist. Vielen Dank für den Einsatz und den Bericht.
Im Sommer 2020 beschritten wir einen ähnlichen Weg: Mit der Aktion „Her mit den alten Knochen!“ haben wir gemeinsam mit der Organisation „It’s for Kids“ Handys für den guten Zweck gesammelt. An unserem ausgefallenen Schützenfesttermin wurde die Möglichkeit geschaffen, alte, ausgediente oder defekte Geräte aus dem Auto heraus abzugeben (Drive-in)! Diese Geräte wurden entsprechend recycelt und die so gesicherten wertvollen Ressourcen (z.B. Metalle, wie Kupfer, Gold oder Silber) dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Bereits im Vorfeld wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und die Mitglieder um das Spenden von eigenen Altgeräten und/oder Sammeln im Freundes-/Bekanntenkreis gebeten. Der Schützenverein kommunizierte das Vorhaben auf Facebook, und unterstützend veröffentlichte die „Rheinische Post“ einen Artikel. Unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen konnten sowohl aus den Schützenreihen als auch von außerhalb Geräte in Empfang genommen werden. Vielen Dank an alle, die zu dem Erfolg beigetragen haben! Die Spendenboxen mit über 500 Geräten konnten der Stiftung „It’s for Kids“ durch den 1. Chef Dirk Schurse und dem 1. Geschäftsführer Heiko Fühles im September übergeben werden. Nach dem Recyceln der Geräte wurde der Reststoffwert mit 1.000 € beziffert. In Absprache mit der Stiftung „It’s for Kids“ wurde dieser Erlös im Dezember an den „Freundeskreis Kinderhilfezentrum Eulerstraße“ übergeben und kommt somit direkt dem „Kinderhilfezentrum Eulerstraße“, dem wir seit Jahrzehnten eng verbunden sind und das sich im direkten Einzugsgebiet unseres Vereins befindet, zugute. Die großzügige Spende wurde dankbar angenommen.
Im Januar dieses Jahres mussten wir unser Titularfest, verbunden mit dem Hochamt in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit und unserer Jahreshauptversammlung, absagen. Keine Veranstaltung, also keine Kollekte in der Messe und keine „Hutsammlung“ auf der Versammlung. Denkste!
In einer Video-Beiratssitzung beschlossen wir, doch zu „sammeln“, indem die einzelnen Gesellschaften einen Geldbetrag spenden, der dann für karitative Zwecke verteilt werden sollte. Einen Teil der Spendensammlung konnten wir unserem Präses, Herrn Pfarrer Heribert Dölle, als Kollektenersatz übergeben. Dieser Beitrag wird im Rahmen der Pfarrcaritas der Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit verwendet, damit unterstützungswürdigen Gemeindemitgliedern in der vielfältiger Art und Weise geholfen werden kann.
Mit dem anderen Teil der Sammlung gingen wir wortwörtlich auf die Straße. Der „Gute-Nacht-Bus“, als Projekt von „vision:teilen e.V.“, kümmert sich ganzjährig um Obdachlose in unserer Heimatstadt Düsseldorf. Auch hier denkt man, dass das eigentlich nicht wahr sein kann, aber aufgrund der Schilderung des Vereins ist es erschreckenderweise doch so. Im März konnten wir auch hier einen Beitrag zur aufopferungsvollen Arbeit der meist ehrenamtlichen Helfer leisten. Wir hoffen, dass wir somit einer Vielzahl betroffener Mitbürgerinnen und Mitbürger auf Düsseldorfs Straßen wenigstens ein wenig beistehen können. Hier gilt es auch Dank an „vision:teilen e.V.“ zu sagen, und zwar stellvertretend für alle Helfer in Person von Herrn Daniel Stumpe. Tolle Truppe mit viel Herz und Verstand!
Schützen helfen!