Herzlich willkommen in der Katholischen Kirche Derendorf Pempelfort!

Ostern ganz anders – und schon wieder vorbei? Nein. Ostern ist in der Zeit, ist Wachsen und Werden, ist Wandlung, die geschieht, ist Antwort auf Leben und Tod, die sich allmählich vollzieht. In uns und um uns herum. Ostern braucht Zeit, um anzukommen – in uns. Braucht Zeit, sich zu entwickeln – in uns. Will sich verlebendigen – in uns. Ostern ist der Blick ins leere Grab.

40 Tage, so erzählt die Bibel, war der Auferstandene bis zu seiner Himmelfahrt noch unter den Seinen, zeigte sich ihnen, brachte ihnen den Frieden, sprach und beruhigte sie, teilte mit ihnen das Brot, ermutigte sie und dann, als sie so weit waren, sandte er sie in die Welt, Dienst zu tun im Namen des dreifaltigen Gottes. Es war eine Entwicklung, ein Prozess: vom Unglauben zum Glauben, vom Nicht-Zutrauen zum Sich-Trauen und Vertrauen, von der Angst zu ihrer Überwindung. 

40, das ist die biblische Zahl, die symbolisch für die Zeit des Übergangs steht. Die 40, sie begegnet uns oft in der Bibel und immer dann, wenn es um Veränderung, wenn es um Wandel geht, der oft auch schmerzhaft ist, und um Aufbruch und Neuerung. Diese Zeiten, das spüren wir auch in diesen Tagen, sind schwierig. Noch nicht angekommen, immer noch im Warte-, im Ausnahmemodus. Da kann das Durchhalten schwer werden, da kann man fast schon aufgeben wollen wie die Israeliten, die auf ihrer 40-jährigen Wüstenwanderung murrten und sich an die Fleischtöpfe Ägyptens, auf das Vergangene, zurücksehnten. Mitunter geben auch wir uns mit dem Vorläufigen und Vordergründigen zufrieden, geht uns der lange Atem aus, glauben wir, es nicht zu schaffen hin ins Gelobte Land oder was wir dafür halten. Aber Ostern, es geschieht. Ganz allmählich vollzieht es sich. Daran uns festzuhalten, darauf hinein zu hoffen, hinein zu vertrauen, unser Glaube. Ostern braucht seine Zeit! Und nicht zuletzt ist der Osterfestkreis mit dem Osterfest nicht zu Ende, sondern erst mit Pfingsten, dem Fest, das auch für die Geburtsstunde von Kirche steht. Für das Miteinander im Glauben, über Grenzen und Nationalitäten hinweg. Dafür, für diesen Glauben einzutreten und ihn weiterzugeben, mit dem Blick ins leere Grab zu leben und sich von ihm vertrauend getragen zu wissen. 

Bleiben wir verbunden – auch und gerade in diesen außergewöhnlichen Zeiten.

Ihr

Heribert Dölle, Pfr. 

Ostergruß

Am Ostersonntag hing in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit eine Schnur, an die Besucher der Kirche einen Ostergruß aufhängen konnten. 

DSCF7242 (c) kath-derendorf-pempelfort.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ostern fällt nicht aus. Gleichwohl wir in diesem Jahr in unseren Kirchen nicht miteinander Ostern feiern können. Dramatisch die Umstände, unter denen wir im Augenblick leben müssen. Aus Achtsamkeit vor dem Leben und der Gesundheit aller, verzichten wir auf Kontakte, Gottesdienste, Versammlungen und das Feiern liebgewordener Glaubenstraditionen. Fällt deshalb das Osterfest 2020 aus? Es ist, wie es ist, aber Ostern kann nicht ausfallen. Ostern ist kein Menschenfest, Ostern ist ein Gottesfest. Ostern ist nicht unsere Erfindung, nicht unser Werk. Ostern ist Leben. 

Und auch wenn wir räumlich distanziert und in reduzierten Kontaktmöglichkeiten sind, Ostern ist Leben. Und wenn wir in Stimmungen der leeren Herzen und Seelen sind, Ostern ist Leben. Und wenn wir hoffnungslos, resignativ und depressiv gestimmt sind, Ostern ist Leben. Und wenn wir in den unerträglichen, unzumutbaren Lehrstunden unseres Lebens sind, Ostern ist Leben. Und wenn wir in Berührung mit Krankheit, Sterben und Tod sind, Ostern ist Leben. Gott schenkt den Toten Leben. So erzählen es viele Erfahrungsgeschichten, so erzählen es uns die Ostergeschichten. Steh auf aus dem, was dich am Leben hindert, steh auf aus dem, was dich klein macht, klein hält, steh auf aus den lebensverneinenden Mustern, Strukturen und Prägungen, steh auf und erwache im Leben, in deinem geschenkten, gegebenen Leben. Ostern ist das Gottesfest, sein Bekenntnis zum neuen, großen, ewigen Leben. Ostern 2020 fällt nicht aus!

Ein frohes und gesegnetes Gottesfest wünsche ich Ihnen allen im Namen des Pastoralteams und aller Engagierten bei uns – nicht nur zu Ostern!

Mit Ihnen verbunden, 

Ihr Pastor, Heribert Dölle

Triduum sacrum – Karfreitag

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Am Ende das Grauen, am Ende der reale Tod. Ohne Gnade. Unbarmherzig. Und ohne Vorwarnung. Oder nicht? Wir sehen Bilder aus Italien, Spanien, aus den USA und auch von hier. Bilder von Heimen, Krankenhäusern, Intensivstationen, Krankenhausfluren. Ärzte und Pfleger in Schutzkleidung, Menschen an Geräten, Tod oder Leben. Leichensäcke auf Gabelstaplern, Särge im Militärkonvoi, Tote, ausgelagert, weil kein Platz für sie ist. Nicht da, wo sie wohnten, nicht da, wo sie vermisst und beweint werden. Wir wollen es nicht sehen, wollen den Tod ausklammern im Leben, aber das geht nicht. Wir sind ihm ausgeliefert. 

Es wird uns sehr deutlich in diesen Tagen, das Leiden, der reale Tod. Er darf und er kann nicht ausgeklammert werden, so gern wir es täten. Wegsehen, unmöglich. Wir stecken mittendrin. 

Karfreitag. Die Welt hält den Atem an. Mit all denen, denen die Luft ausgeht. Mit ihm, der sein Leben aushaucht. Mit ihm, der auf das Grauen mit Hingabe antwortet. Das Kreuz – sichtbar, greifbar, da. Er, der sich uns an die Seite stellt. Im Schweigen, im Blick vom Kreuz auf uns, er, der alles Leid der Welt in sich aufnimmt. Und im Tod für die Liebe, für das Leben steht. Halten wir uns fest mit den Augen, mit Blick auf ihn. Und halten wir es ihm hin. Unser Herz, beklommen vor Angst. Auch und gerade an den Karfreitagen dieser Tage. 

Wir sind eigetreten in den Raum der drei heiligen Tage. Heute ist es an uns, ihn zu durchschreiten. Durch alles Grauen, wenn es uns packt, hindurch. Gezogen auf das Licht hin, das uns aufscheint. Es ist da. Selbst, wenn wir es nicht sehen können oder wollen. 

Als Gemeinde stehen wir zusammen in diesen Tagen. In aller Unaussprechlichkeit, in aller Fassungslosigkeit, in aller Angst und allem Grauen. Im Blick auf ihn. 

Richten wir unsere Augen auf den, der das Licht ist. 

Dies Ihnen zu diesem Karfreitag 2020 in all seiner Eindringlichkeit. 

Ihr 

Heribert Dölle, Pfr.

Triduum sacrum – Gründonnerstag 

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Ja, es ist ernst, todernst. Schon als er die Tische im Tempel mit den Worten umwarf, der Tempel sei ein Haus des Gebets und keine Markthalle, und dem sich anschließenden Verhör vor dem Hohen Rat, da war es klar. Man wollte seinen Tod. Ja, es war ernst, todernst. Und das wusste er schon, als er Palmsonntag auf einem Eselfohlen in Jerusalem eingezogen war. An Gründonnerstag nahm er Abschied. Beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern. „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, trug er ihnen auf. Wusch ihnen die Füße, um ihnen ein Beispiel zu geben. Sein Vermächtnis, sein Appell, seine Bitte, fand seine Fortsetzung auf dem Ölberg: „Bleibet hier und wachet mit mir.“ Sie hörten und hörten doch nicht. Waren müde, schliefen ein. Ahnten sie nicht, dass auch er ihre Nähe suchte, brauchte, ersehnte? 

Ja, es ist ernst, todernst. Die Zahlen sprechen für sich, die Opfer, die leeren Straßen und Plätze. Es ist überall in der Welt, ja, auch genau hier, mitten in Europa, mitten unter uns. Es trifft uns mitten ins Herz. Und auch für unsere Not hat er uns ein Beispiel gegeben. In seiner dienenden Haltung, in seiner Demut, in seinem Gottvertrauen, in seiner Hoffnung gegen alle Hoffnung. So lassen Sie uns verbunden sein im Gedenken all der Geschehnisse dieses Tages, den wir Gründonnerstag nennen, vielleicht sogar mit den Orten des Geschehens vor Augen, weil wir schon dort waren, dort, in seiner Stadt, in seinem Land. Und lassen wir ihn nicht allein in der Stunde seiner Bedrängnis, sondern seien wir mit ihm und untereinander verbunden, wachend, betend, im Schweigen, in der Stille. Denn Worte, die dies Geschehen beschreiben, bleiben doch immer dahinter zurück. Hören wir in die Stille, horchen wir auf das Flüstern tief in uns, das uns meint. Und Verbindung schafft.

Dies sind meine Gedanken zu diesem Gründonnerstag 2020, der so anders ist als all die anderen, uns vielleicht aber in einer ganz neuen, ungeahnten Tiefe fühlen und einfühlen lässt in das Geschehen von damals, aber auch in all das Leid, millionenfach auf der Welt, und so eine Nähe schafft, die alle Distanz zu überwinden vermag.

Treten wir ein in den Raum der drei heiligen Tage. Ernst, still, vielleicht auch zögernd und zaghaft – und dennoch gezogen von seinem Licht. 

Ihr 

Heribert Dölle, Pfr. 

Palmsonntag fällt nicht aus!

Palmsonntag ist sein Fest, sein Bad in der Menge, ob er es will oder nicht. Jesus zieht in Jerusalem ein. Erwartet, bejubelt. Geschildert wird ein „Bad in der Menge“, der gefeierte Retter, Heilsbringer, Erlöser – und doch, kurz drauf – verraten, verurteilt, verhöhnt und verspottet, fallen gelassen und getötet. 

Das „Bad in der Menge“, es ist für uns zurzeit dem verordneten räumlichen Abstand gewichen. In den Zeiten der Ansteckung keine Zusammenkünfte, keine Feiern, ja, noch nicht mal Besuche alter Menschen, ob im Altenheim oder zu Hause. Die soziale, menschliche Nähe, der Kontakt zu anderen, ist gefährlich und bedrohlich geworden. Die Welt ist ins Stocken geraten, diese Pandemie wird unser Leben verändern. Viren sind schneller als wir Menschen, keine Klassen, Schichten, Milieus, keine Mauern, keine Ländergrenzen werden von ihnen respektiert, für Viren sind wir alle gleich. Die Angst kriecht hoch, bei manchen auch verdrängt, als ob ihnen all das nichts anhaben könnte. Doch wer weiß schon, wen es trifft. Viele erleben diese Zeit wie einen Film, eine Atmosphäre von Unwirklichkeit, leere Straßen, Masken, das Ausweichen, bei vielen werden Erinnerungen an Kriegszeiten wach. Die Welt, sie ist hilflos geworden, und mit ihr die Mächtigsten der Mächtigen und die, die glauben, es zu sein. 

Hat Hölderlin recht: „In der Gefahr wächst das Rettende auch“ – ? Diese Pandemie zeigt beeindruckende Beispiele von Hilfeverhalten, Solidarität, Empathie und Kreativität. Wir klatschen Beifall von den Balkonen – den Heldinnen und Helden des Alltags. Denen, die zuvor viel zu wenig beachtet wurden. Die Welt wird wacher und mit ihr hoffentlich die Menschen. Gemeinschaft wird neu definiert, Werte und Haltungen klarer, Miteinander weicht Anonymität, das Leben wird wahrgenommen als das, was es ist und immer schon war – als fragile, zeitbegrenzte Kostbarkeit. „Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben… wann wird man je versteh’n?“, könnte man fragen. Nein, nein, lautet eine mögliche Antwort, die Blumen sind ja da, die Natur explodiert förmlich, aber sie steht in krassem Gegensatz zu millionenfachem Leid weltweit. Eine unwirkliche, fast surreale Wirklichkeit, die uns entgegenblickt. 

Der, um den sich alles an Palmsonntag dreht, er schaut uns an – Einzug in Jerusalem, ihm hat man zugejubelt, er brachte die Botschaft vom neuen Leben, die Botschaft gelebter Liebe, die gute Nachricht von Gott, der die Liebe ist. Stehen wir auf den Balkonen unseres Lebens und schauen zu – oder lassen wir ihn einziehen, diesen Jesus, in unsere Welt, in unser Leben, in unser Tun, in unser Herz? 

Die Welt im Stillstand, der vielleicht einen Wandel bringt. SEINE Botschaft heißt, eines hat Bestand: die Liebe. Vergessen wir sie nicht. Bleiben wir ihr treu. Palmsonntag fällt nicht aus.

Dies mein Gruß Ihnen zu Palmsonntag 2020. Möge das Grün auf den Bänken unserer Kirche Heilige Dreifaltigkeit etwas von der Hoffnung zeigen, und nehmen Sie es mit nach Hause. In Ihre Welt, in Ihren Alltag, als Zeichen des Lebens, der Zusammengehörigkeit und vor allem als Zeichen der Liebe. 

Herzlich und sehr nachdenklich

Ihr Heribert Dölle, Pfr.

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