Herzlich willkommen in der Katholischen Kirche Derendorf Pempelfort!

Das neue Jahr, es hat begonnen und mit ihm große Erwartungen, dass es anders wird. Dass es lockerer wird mit den Masken, Abständen, Hygieneregeln. Kontaktbeschränkungen, Homeschooling und all dem, was diese Zeit schwer macht. 

Wir warten und wir warten schon lang. Warten zermürbt, lässt uns aggressiv oder depressiv reagieren, wenn es nicht kontrollbierbar bzw. zeitlich begrenzbar ist. Im Warten waren frühere Generationen weitaus besser geübt als wir heute in unserer Knopfdruck- und „Alles sofort“-Haltung. Warten ist Stress. Wir warten in Zimmern, Wohnungen und Häusern, wir warten und versuchen mehr recht als schlecht uns das Warten erträglicher zu machen. Wir können noch gar nicht absehen, wie uns und die Gesellschaft diese Pandemie verändert. 

Aber dennoch, wir warten. Wir warten auf Impfstoff und Impfung, auf Abflachen der Infektionskurve, auf Reduzierung der Inzidenzwerte, wir warten auf Unbeschwertheit und Frohsinn, der einfach „so“ mal möglich ist. Auf Reisen, auf Lebendigkeit, auf Besuche und auf weniger Sorgen um unsere Liebsten und deren Schutz. 

Wir warten und warten. Doch Leben ist jetzt. Genau in diesem Moment. Einen anderen haben wir nicht. Ein Leben im Wartezustand, ein Leben im Hoffen auf die Zukunft, so nachvollziehbar es ist, nimmt uns das, was unser Leben im Hier und Jetzt ausmacht. Denn bei allen Sorgen, bei aller Unsicherheit, der wir tagtäglich ausgesetzt sind und die auch ihren Platz braucht, dürfen wir nicht vergessen: Leben ist zwar manchmal auch „Warten“, aber doch nicht ausschließlich. Auch unter den derzeitigen Bedingungen hat das Leben seine Kraft und seinen Wert. Leben ist immer im Moment. Ein Sprichwort sagt: „Schätze keinen Moment mehr als den anderen.“ Oder mit dem alttestamentlichen Kohelet gesprochen: „Alles hat seine Stunde, für jedes Geschehen gibt es eine bestimmte Zeit.“ Da atmet Gelassenheit, da spricht sich eine große Achtsamkeit gegenüber allem aus, was ist: die länger werdenden Tage, die ersten Frühlingsboten, das Lächeln, das wir hinter der Maske erahnen können, und auf das, was ist und bleibt.

Viel von dieser Haltung wünsche ich Ihnen und Vertrauen in das Leben und die Liebe. Denn auch sie geschieht. Jetzt. 

 

Herzlich

Ihr Pastor

Heribert Dölle