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Ostern verändert – alles. Aus Tod wird Leben, Leben über den Tod hinaus.

Seien Sie uns herzlich willkommen zur Feier der Osternacht und zu Ostern, dem Fest des Lebens, hier in unserer Gemeinde, hier in unseren Stadteilen, hier in Derendorf Pempelfort.
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Datum:
16. Apr. 2022
Von:
Marie-Theres Moritz

Ostern verändert – alles. Aus Tod wird Leben, Leben über den Tod hinaus. Was für eine Botschaft: Jesus ist auferstanden. Jesus ist wahrhaft auferstanden, er lebt! Das ist die Botschaft des Ostermorgens, das ist die Botschaft der Engel am Grab, die fragen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ (Lk 24,5f.) Hoffnungslosigkeit und Erstarrung wandeln sich in Dynamik, Bewegung und Aufbruch. Tränen in Freudentränen. Aus Ungläubigkeit wird Glaube, wird Staunen, Dunkelheit zu Licht. Das Begrenzte öffnet sich dem Unbegrenzten. Öffnet Augen und Ohren für das, was kein Auge geschaut, kein Ohr je gehört hat. Die Auferstehung Jesu ist und bleibt ein mysterium. Genau wie bei den Jüngern damals, gibt es dazu immer mehr Fragen als Antworten, ist die Unbegreiflichkeit immer größer als alles Verstehen. Das Herz weiß mehr als Logik und Vernunft. Der Glaube an die Osterbotschaft weitet all unsere Vorstellungen, all unser Verstehen, weitet und befreit. Wir stehen im Leben und sind aufgehoben in Gott, der Leben und Liebe ist.

„Jetzt wächst Neues!“ Das Jesaja-Wort hat uns durch diese Zeit geleitet, das Neue erwartend, ersehnend, erhoffend. Doch manchmal auch in Zweifel, Zaghaftigkeit und Entmutigung verharrend. Die ganze Bandbreite der Gefühle und Regungen, unsere ganze menschliche Ambivalenz, sie gehören zu unserem Leben, dürfen sein und machen es aus. Das letzte Wort wird das erste Wort, es wird zum Ruf ins Leben. Der Auferstandene wird stets mit seinen durchbohrten Händen, mit seinen Verletzungen durch die Kreuzigung gezeigt, er ist der, der lebt, obwohl er starb. Sein neues Dasein heißt nicht mehr Tod. Leben liegt vor ihm, auch und durch die Annahme seiner Menschlichkeit. Wer selbst hingebend lebt und liebt, der empfängt, der bleibt nicht im Tod, sondern erwacht zu neuem Leben. Das ist die Osterbotschaft, heute ebenso aktuell wie damals. Heute wie damals das, was uns hält, weil es uns leben und uns liebend riskieren lässt. Auch, wenn es uns dieses Jahr schwerfällt, in den Osterjubel einzustimmen, wenn wir in Verzweiflung oder Mutlosigkeit versunken sind, uns unsere Sehnsucht unerfüllt erscheint, wir sind mit hineingenommen in Gottes großes Herz, in seine Auferstehung und das große Leben. Denn das erste und das letzte Wort, es heißt Liebe. Und es ist ausgesagt in uns und atmet in allem, was lebt. 

Seien Sie uns herzlich willkommen zur Feier der Osternacht und zu Ostern, dem Fest des Lebens, hier in unserer Gemeinde, hier in unseren Stadteilen, hier in Derendorf Pempelfort.  

Seien Sie uns herzlich willkommen!

Heribert Dölle, Pfarrer