... hörbar – Hören hinter den Tönen

st-servatius-schatzkammer-44 (c) Hans Jeitner; bilder-erzbistum-koeln.de

Tilo Medek: Reliquienschrein

Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, Kirche Herz Jesu 

(im Rahmen der "Woche des Gebets")


Hörbar wird Gebet z. B. durch Musik. Musik ist keine eindeutig definierte Sprache, sondern sie vermittelt Emotionen, wie nur sie es vermag, wie es nur mit diesem bestimmten Ausdrucksmittel möglich ist. In der Programmmusik wird ein außermusikalisches Ereignis benutzt, um durch Bilder und Geschichten dem Zuhörer bestimmte Vorstellungen zu vermitteln. Es wird erzählt, was der Komponist erlebt oder gefühlt hat. Die Musik kann aber auch hierbei niemals eindeutig sein.
Der Komponist Tilo Medek wurde 1940 in Jena, also der ehemaligen DDR, geboren und starb im Alter von nur 66 Jahren in Duderstadt. In Zusammenhang mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns siedelte er 1977, nach 'Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik', in den Westen Deutschlands über. 1980 entstand die Komposition 'Reliquienschrein' für Orgel und Percussion.

Allein der Titel 'Reliquienschrein' deutet an, dass es sich um ein Stück Programmmusik handelt. Medek schreibt im Vorwort des Notenheftes: 'Mich interessierte der mit Edelsteinen, Gold und vielerlei anderem überwucherte Kasten, in dem Dinge aufbewahrt
werden, von deren Echtheit selten jemand überzeugt war. Mir schwebte kein bestimmter Reliquienschrein vor, sondern die Verpackungskünste von einst erweckten meine Neugier, und ich spielte mit dem Worte und fragte mich: ob Reliquien schrein´n?'
Medek lässt uns in seiner ganz eigenen Weise an dem Schaffensprozess teilnehmen, an dessen Ende ein Schrein steht. Es handelt sich um eine kunstvolle, aber auch harte Arbeit, bei der die Handwerker in Schweiß geraten. Die Orgel spielt hier keine 'schöne Musik'. Sie wird neben dem Schlagzeug selbst zum Percussioninstrument. Die Musik ist motorisch, mechanisch und brutal. Man hat manchmal den Eindruck, als würden die Reliquien tatsächlich schreien. Mit wuchtigen Schlägen wird dann der lange Arbeitsprozess abgeschlossen. Der Schrein steht bereit.

Hanjo Robrecht
Seelsorgebereichsmusiker

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