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Winterliches Orgelkonzert bei Kerzenschein

Werke von Arvo Pärt und Louis Vierne

 

Alles wird überlagert von Geschwätz und Lärm.

Stille und Empfindsamkeit. Gefühl und Angst.

Die spärlichen, unsteten Augenblicke von Schönheit.

Und dann das trostlose Elend. Und der erbärmliche Mensch.

 

Dieser Text aus dem Film La grande Bellezza (Die große Schönheit) wird mit Arvo Pärts „My heart‘s in the highland“ unterlegt.

In dem Gedicht von Robert Burns wird die Sehnsucht nach einem anderen Ort beschrieben. Seine Vertonung aus dem Jahr 2000 ist in dem ihm eigenen Tintinnabuli-Stil (Glöckchenspiel) gehalten. Die Komposition besteht aus einem einzigen Dreiklangs (f-Moll). 

Pärts Musik ist minimalistisch. Das Klangmaterial ist auf das absolut Notwendige reduziert. „Es genügt, einen einzigen Ton schön zu spielen“.

Über den melodisch voranschreitenden Bass erklingen ausschließlich Töne dieses einen Dreiklangs. 

Die Gesangsstimme verwendet für jede Strophe nur eine einzige Note des Dreiklangs. Das minimalistische Notenmaterial schafft eine Atmosphäre von Sehnsucht und Ursprung. Die statischen Dreiklangtöne stehen für die Ewigkeit, die Dynamik des Melodischen für die Vergänglichkeit.

 

Die Musik des Impressionisten Louis Vierne ist das genaue Gegenteil zum Minimalismus Pärts. Er vermittelt Atmosphären und Stimmungen des Augenblicks. Akkorde und Harmonik sind freischwebend und werden tonmalerisch gebraucht. Ein Meer von Einzeltönen wird zur Schaffung von reichen Klangfarben und Klangatmosphäre komponiert.

In der Gegenüberstellung der kontrastierenden Musik der Geburtstagskinder Pärt (85) und Vierne (150) besteht der Reiz dieses Konzertes, in dem Elsa Garcia-Tarraga (Sopran) und Dr. Wolfram Goertz (Moderation) mitwirken.

Hanjo Robrecht

 

Dienstag, 28. Januar, 19.30 Uhr, Kirche Herz Jesu, Roßstraße 79