Pfingstmontag, 10. Juni - 9.30 Uhr Kirche Herz Jesu

Giuseppe Schuster: Messe G-Dur

Giuseppe Schuster

Giuseppe Schuster gehörte zu den bekanntesten Komponisten seiner Zeit. Er wurde 1748 in Dresden geboren. Nach Studien in Italien wurde er 1772 am Dresdner Hof angestellt. Seine Aufgaben waren Komposition und Aufführung von Kirchenmusik und die Leitung der Opernaufführungen. Fachleuten ist Giuseppe Schuster heute aus einem anderen Grund bekannt. Die „Mailänder Streichquartette“ von 1780 galten als Kompositionen von W.A. Mozart. Der Musikwissenschaftler Ludwig Finscher hat erst 1966 die wahre Herkunft aufgedeckt. Er erbrachte den Nachweis, dass die Quartette von Giuseppe Schuster stammen, was Rückschlüsse auf dessen musikalische Qualität zulässt.

Mozart bemerkt über das kompositorische Niveau von Schusters Kompositionen in einem Brief an seinen Vater: „Ich schicke meiner Schwester hier 6 Duetti à Clavicembalo e Violino von Schuster. Ich habe sie hier schon oft gespiellet, sie sind nicht übel. Wenn ich hier bleibe, so werde ich auch 6 machen, auf diesen gusto, denn sie gefallen hier sehr.“

Nach 1800 zog sich Schuster von seiner Komponistentätigkeit zurück und starb 1812 ebenfalls in Dresden.

Schuster hinterließ ein umfangreiches Gesamtwerk. Er komponierte zahlreiche   Opere buffe (musikalische Komödie), kirchliche Werke, Orchestermusik und Kammermusik. Auf weiteren Italienreisen schuf er Opern für renommierte Theater in Neapel, Venedig und andere italienische Städte.

Schusters Orientierung an der italienischen Musik war ausschlaggebend für den Erfolg zu seinen Lebzeiten. Im aufkommenden Zeitalter des Nationalismus und dem damit einhergehenden Wandel der künstlerischen Ideale erwies sich dies allerdings als hinderlich für das Weiterleben seiner Werke. Heute begreifen wir die Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts als einen gesamteuropäischen Austausch. Deshalb ist die Beschäftigung und Wiederentdeckung von Komponisten wie Joseph Schuster unter europäischen Gesichtspunkten hochaktuell.

Die Entdeckung der Messe G-Dur

Die Sächsische Landesbibliothek in Dresden beherbergt zahlreiche Autographe von Kompositionen, die nie gedruckt und veröffentlicht wurden. Ich habe dort eine Orchestermesse von Giuseppe Schuster entdeckt, die bisher nirgendwo verzeichnet ist. Es handelt sich um die Messe in G-Dur aus dem Jahr 1773. Sie ist komponiert für Soli, vierstimmigen Chor, Streichorchester, Oboen, Trompeten und Pauken.

Aus dem Autograph habe ich Chor- und Orchestermaterial angefertigt, um die Messe aufführbar zu machen.