Ein erster Zwischenstand

29.05.18, 23:42
  • Blog Pfarrgemeinderat
Der Pfarrgemeinderat

Mai 2018

Zum Auftakt der vierjährigen Arbeit wollten wir einen Eindruck der verschiedenen Bedürfnisse der ebenso verschiedenen Menschen in unserer Gemeinde bekommen und haben deshalb beschlossen, einige von ihnen mit Hilfe eines gemeinsam entwickelten Fragebogens zu interviewen. Insgesamt 63 Menschen haben uns in teilweise sehr offenen Gesprächen Auskunft zu ihren kirchlichen Gewohnheiten und Wünschen gegeben. Die Ergebnisse sind natürlich nicht repräsentativ und können uns nur Anhaltspunkte geben. Dennoch möchten wir gerne einige Punkte mit Ihnen teilen:

  • Von den 63 Befragten (42 Frauen, 21 Männer) waren etwa zwei Drittel zwischen 30 und 69 Jahre alt.
  • 16 lebten allein, 26 mit Partnern und 21 mit Kindern.
  • Die Hälfte der Befragten gab an, ihren Glauben auch ohne Kirche bzw. Gemeinschaft leben zu können. Gleichzeitig sagten 54 Menschen, dass sie die Kirche für mehr bräuchten als für Taufe, Erstkommunion, Hochzeit und Beerdigung.
  • „Die Kirche ist ein closed shop“: Auffallend häufig und in allen Altersgruppen wurde der Wunsch nach einer stärkeren Willkommenskultur und mehr Offenheit geäußert. Offenheit gegenüber neuen Menschen, neuen Ideen, neuen Entwicklungen.
  • 48 Befragte nutzen die Website, 18 “die woche”, 8 den “monat” und 3 die Schaukästen, um sich zu informieren.

Wenn Sie mehr wissen möchten, finden Sie hier eine kurze Powerpoint-Präsentation, in der wir zunächst einige demographische Daten zusammengetragen und dann häufig genannte Kernthemen bzw. Wünsche nach Altersgruppen sortiert und notiert haben.

Ende März haben wir uns für zwei Tage zur Klausur im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg getroffen und u.a. diese Ergebnisse diskutiert. Ergänzt wurden sie von einem Vortrag von Herrn Sebastian Gröters, Kommunikationsmanager im Erzbistum Köln, der sich – mit unserem Wissen, aber doch auf eigene Faust – mit viel Zeit und Gespür unsere Gemeinde mit all ihren Kirchen, Veranstaltungen, Drucksachen und auch den Auftritten im Internet angesehen hat. Er machte uns klar, dass wir mit unseren derzeitigen Angeboten vermutlich nur 5% der in unseren sich stark verändernden Stadtteilen lebenden Menschen ansprechen. In diesem Zusammenhang fiel erneut das Wort Offenheit.

Wir möchten offener sein! Wir wollen die tragende Tradition an vielen Stellen bewahren und zugleich mit einem wachen Gespür für den unübersehbar sich vollziehenden Wandel neue Wege gehen. Dafür müssen wir akzeptieren, dass der Gemeindebegriff sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte doch sehr verändert hat und für ganz viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen steht. Nicht alle Menschen können auf dem gleichen Weg und mit den gleichen Ideen und Vorstellungen von gelebtem Glauben erreicht werden. Niemand kann auf Anhieb sagen, wie genau die Antwort auf die Frage nach dem Wandel ist - aber wir möchten die Gelegenheit nutzen, nicht nur zu re-agieren, sondern auch bewusst zu gestalten.

Wir werden mehr Angebote entwickeln, die sich an junge Erwachsene und Familien, nicht nur mit kleinen Kindern, richten. Dabei werden wir neue Wege gehen - den sog. pastoralen Zukunftsweg. Dazu zählt auch die Einbindung anderer Gottesdienstformen, wie z.B. Taizégebete. 

Das Internet ist eine starke Informationsquelle, die wir weiter stärken möchten. Mit unserer neuen Website sind wir schon auf einem guten Weg. Wir werden darüber hinaus alle unsere gedruckten Medien grundlegend überarbeiten.

In den folgenden Monaten bis Ende des Jahres wollen wir ein Kommunikationskonzept ent-wickeln, das den roten Faden unseres Handelns darstellt und Aktivitäten sowie neue Angebote enthält. Die Basis des Kommunikationskonzeptes ist das Leitbild für unsere Gemeinde, mit dem wir auf der Basis des Pastoralkonzeptes Fragen wie zum Beispiel diese beantworten wollen: Wofür wollen wir als katholische Gemeinde einstehen? Um welchen Kern versammeln wir uns? Welche Rolle wollen wir in unserem Stadtteil spielen? Welche Formen von Gemeindeleben und spirituellen Räumen entsprechen uns? Wieweit kann Offenheit als katholische Gemeinschaft gehen, ohne in Beliebigkeit zu enden? Pfarrer Dölle hat ein gut gemischtes Projektteam gegründet, das sich stellvertretend für uns alle dieser Aufgabe annehmen wird.

Parallel startet die Arbeit der Arbeitskreise – in einigen suchen wir noch Menschen, die Lust haben, sich kreativ zu beteiligen und mit uns neue Wege zu finden. Zudem werden wir in ein paar Monaten Projektgruppen gründen, welche sich für einen von vorneherein befristeten Zeitraum einem bestimmten Anliegen zuwenden (z.B. der Öffnung der Kirchen).

Wir haben einen intensiven Weg vor uns und freuen uns, wenn Sie uns unterstützen und auch für diese Zeit begleiten.

 

Heribert Dölle, Ingrid Haas, Sebastian Hansen, Eva Koch und Ansgar Warneke

Vorstand des Pfarrgemeinderats

 

 

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