Jägerhofallee

Nördlich vom Düsseldorfer Schauspielhaus startet unsere Route mitten im alten Hofgarten, genau vor dem Wasserbassin.

Düsseldorf – die Modestadt, die Einkaufsstadt, die Stadt der modernen Kunst. Wer aber erinnert, dass es die Uffizien in Florenz nicht gäbe, ohne Düsseldorf und den Kunstsinn des Jan Wellem und seiner Gattin Anna Maria Luisa de‘ Medici. Düsseldorf, im Krieg durch Bombardements schwer getroffen und anschließend modern wiederaufgebaut, lässt nur an wenigen Stellen erahnen, dass die Stadt einstmals prunkvolle Residenzstadt gewesen ist. Der Hofgarten ist so ein Ort, an dem man daran erinnert wird. Ausgehend vom Bassin mit dem Jröne Jong, kommt man über die Jägerhofallee zum Schloss Jägerhof. Entlang der Allee lässt sich gut nachvollziehen, warum sie auch Reitallee heißt.

 

Goethe-Museum

Das Schloss Jägerhof beherbergt das Goethe-Museum. Es verdankt seine Existenz zu großen Teilen einer privaten Stiftung. Goethe selbst war zweimal in Düsseldorf – und wohnte nur unweit von hier beim Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi. Wer das Goethe-Museum selbst nicht besuchen will, kann unter dem beeindruckenden Gingko-Baum verweilen, der neben dem Jägerhof steht, und Goethes Verse nachhören:

„Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
dass ich eins und doppelt bin?“

Seine Gedanken zum Geistesleben seiner Zeit hatte Goethe auch in Gesellschaft von Jacobi und seiner Gäste entwickelt.

 

Künstlerverein Malkasten

DSCF0676 (c) Eva Koch

Südlich vom Jägerschloss, der Jacobistraße folgend, befinden sich das Jacobihaus und das Hentrichhaus.

In dieser geistesgeschichtlichen Tradition stehen das Jacobihaus und das Hentrichhaus, beide dem Künstlerverein Malkasten gehörend, als Zentrum der geistigen Auseinandersetzung mit den Themen der Zeit, aber auch – wir haben es hier mit Künstlern zu tun – des geselligen Austauschs. Noch heute ist der neue Malkasten, der alte fiel einem Bombenangriff zum Opfer, ein Kristallisationspunkt des Düsseldorfer Kulturlebens.

Ingrid Haas, Mitglied im Pfarrgemeinderat

 

Kirche Sankt Rochus

DSCF8367 (c) Eva Koch

Zurück, vorbei am Goethe-Museum, geht es auf der Jacobistraße und der Prinz-Georg-Straße zur Kirche Sankt Rochus. Der hohe alte Kirchturm ist schon aus der Ferne zu sehen.

Paul Schneider-Esleben hat im Düsseldorf der Nachkriegszeit eine der spannendsten Kirchen Düsseldorfs und weit darüber hinaus geschaffen, welche im Volksmund gerne als „dat Ei“ bezeichnet wird. Und es bleibt spannend: Durch eine Neugestaltung des Innenraums werden die Grundgedanken des berühmten Architekten Schritt für Schritt noch konsequenter umgesetzt. Hier gibt es viel Raum und Offenheit für neue Gedanken und Spiritualität.

Eva Koch, Mitglied im Pfarrgemeinderat

 

Evangelische Kreuzkirche

Von der Prinz-Georg-Straße biegen Sie zunächst halb links auf die Rochusstraße ein. An der dritten Kreuzung geht es über die Sternstraße am Marien Hospital vorbei. Kurz hinter dem Krankenhaus halten Sie sich links und gehen die Blücherstraße, bis Sie auf der linken Seite die Kreuzkirche sehen.

Die evangelische Kreuzkirche ist einem griechischen Kreuz nachempfunden und ein Ort der ökumenischen Verbundenheit. Um sie herum rauscht der Verkehr von allen Seiten – betritt man sie, kommt man in einen schönen, schlichten Raum, der im Kontrast zur Außenwelt zum Stillwerden einlädt.

Regina Arndt, Pastoralreferentin

 

Neue Synagoge

Unweit der Kreuzkirche liegt die neue Synagoge am Paul-Spiegel-Platz. Über die Roßstraße und die Zietenstraße sind Sie in wenigen Gehminuten dort.

Die Synagoge an der Zietenstraße wurde Ende der Fünfzigerjahre eingeweiht – ein klassischer Synagogenbau dieser Zeit in der klaren Linienführung der Architektur dieser Jahre. Es ist die neue Synagoge, denn die damals sogenannte große Synagoge wurde im November 1938 während der Pogrome in Brand gesteckt, die Ruine nur kurze Zeit später abgerissen. Was dann geschah, kann man an vielen Stellen auf unserem Gemeindegebiet sehen und erleben: Die zahlreichen Stolpersteine in unseren Straßen zeigen, wie viele Bürger jüdischen Glaubens aus ihren Häusern gezerrt und deportiert wurden. Die Gedenkstätte am ehemaligen Güterbahnhof in Derendorf erinnert daran, dass von dieser Stelle Züge in die Vernichtungslager fuhren – das letzte Mal am 26. Januar 1945. Man kann es kaum fassen.

Ingrid Haas, Mitglied im Pfarrgemeinderat

 

Golzheimer Friedhof

DSCF0551 (c) Eva Koch

Weiter geht es auf der Zietenstraße Richtung Westen. Schon von der Fischerstraße aus sehen Sie den Golzheimer Friedhof.

Stur und stumm liegt der Golzheimer Friedhof mitten im urbanen Düsseldorf. Vielbefahrene Straßen und hohe Geschäftsgebäude zerteilen und rahmen diesen Friedhof. Zwischen 1805 und 1897 wurde hier beerdigt. Die noch erhaltenen, etwas verwitterten Grabsteine sind stille Zeugen des Zeitgeschehens. Der verwunschene Friedhof strahlt eine besondere Atmosphäre aus – ein entspannendes Ziel für einen Spaziergang.

Regina Arndt, Pastoralreferentin

 

Rheingärtchen

DSCF0821 (c) Eva Koch

Das nächste Ziel liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Friedhof. Sie gelangen über die Klever Straße in den Rheinpark und von dort aus an das Tonhallenufer. Gegenüber vom Museum Kunstpalast liegt das Rheingärtchen.

Wem das Gewimmel am Fortuna Büdchen zu viel ist, der kann sich ein paar Meter weiter ins Rheingärtchen zurückziehen und wahlweise den Blumen beim Blühen oder der Sonne beim Untergehen über dem Rhein zuschauen. Im nördlichen Teil schreitet die Nubierin durch den Park – eine 1925 vom Bildhauer Bernhard Sopher geschaffene Bronzeskulptur. 1938 wurde diese von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert und entfernt. Durch einen Rückkauf gelang es Sophers Ehefrau, die Arbeit ihres Mannes vor der Einschmelzung zu retten.

Eva Koch, Mitglied im Pfarrgemeinderat

Vorbei an Ehrenhof und Tonhalle, durch den schönen Hofgarten, kommen Sie wieder zum Startpunkt, der Jägerhofallee.