1_Kirche Sankt Adolfus

Kirche Sankt Adolfus | Kaiserswerther Stra├če 60, 40477 D├╝sseldorf

Der Architekt Caspar Pickel wurde 1898 von Pfarrer Saedler mit dem Entwurf zum Bau der Kirche beauftragt. Da f├╝r die Ausf├╝hrung des ganzen Planes die Geldmittel fehlten, kam nur der Mittelteil von der jetzigen Orgelbr├╝stung bis zur Vierung - also ohne T├╝rme, Querschiff und Chor - zur Ausf├╝hrung. Dechant Kribben nahm am 01.M├Ąrz 1903 die Einsegnung vor. Am 01.11.1904 wurde der neue Rektoratsbezirk zur selbst├Ąndigen Pfarrei erhoben. Mit dem weiteren Ausbau der Kirche wurde 1912 begonnen. Querschiff, Vierung, Chorschiff und Vierung wurden in Angriff genommen, im Sommer 1913 die beiden Hauptt├╝rme. In der Weihnachtsnacht 1913 wurde das erste Messopfer in der vollendeten Kirche gefeiert. Die Konsekration erfolgte am 24.Oktober 1914.

Bei dem Gro├čangriff am 12. Juni 1943 in der Nacht von Freitag auf Samstag vor Pfingsten wurde die Kirche von 5 Brandbomben getroffen. Durch einen erneuten Angriff am 02. November 1944 wurde das Gotteshaus v├Âllig zerst├Ârt und war eines der am schwersten besch├Ądigten Kirchen in D├╝sseldorf. Der im Jahre 1929 errichtete Hochaltar mit seinem m├Ąchtigen Christuskreuz, umringt mit den Statuen der Apostelschar, wurde ebenfalls v├Âllig zerst├Ârt.

Am Christk├Ânigstag, dem 11. November 1945 wurde eine Baracke als Notkirche benediziert und ihrem Zweck ├╝bergeben. Der Wiederaufbau der Kirche begann 1947. Fragmente der Kirchenfenster aus der Vorkriegszeit hat man sp├Ąter im Dachbodenbereich eingebaut. Ebenfalls- 1947erhielt die Gemeinde die 5 Glocken zur├╝ck, die als R├╝stungsmaterial 1942 von der NS-Regierung beschlagnahmt und abmontiert wurden. Ostern 1949 erklang wieder das sechsstimmige Gel├Ąute.

In der Weihnachtsnacht 1949 konnte im ersten fertiggestellten Teil das erste Messopfer gefeiert werden. Am Vorabend des Passionssonntages, am 10. M├Ąrz 1951, wurde die fertiggestellte Kirche eingeweiht. Die Firma Seifert in Kevelaer wurde nach dem Krieg mit dem Bau einer neuen Orgel beauftragt. Domorganist Prof. Zimmermann in K├Âln entwarf die Disposition und ├╝bernahm die Fachberatung. Die Orgel, die 3 Manuale, 46 Register und 3000 Pfeifen hat, ist in der Klangsch├Ânheit und in der technischen Art ein Meisterwerk. Die Weihe der Orgel fand am 16.Juli 1952 statt.

2_Christus-Mosaik

Im Jahr 1975 wurden an den Fassaden, Dachkonstruktionen, Dacheindeckungen und Wasserabl├Ąufen der Kirche viele Gefahrenstellen erkennbar. Der rasante Wiederaufbau nach dem Kriege – so musste man feststellen - war weitgehend eine Notma├čnahme. Dies f├╝hrte zu einer notwendigen zweiten Instandsetzungsphase. Die Renovierung im Innenbereich der Kirche wurde durch Maler- und Anstricharbeiten, sowie durch neue Beleuchtungsk├Ârper im Jahre 2005 zum Abschluss gebracht.

Weniges an Innenausstattung hat die Zerst├Ârung durch Kriegseinwirkung ├╝berstanden. Erhalten blieben die Statue des hl. Josef von Professor Fr. Coubillier und die Judas Thadd├Ąus Figur des K├Âlner Bildhauers Leven (1930 ). Das Christus – Mosaik ├╝ber dem Hochaltar wurde von Richard Seewald entworfen und 1955 fertiggestellt. Dem Eindruck dieses Bildes, das die ganze Kirche beherrscht, kann sich keiner entziehen. Die Wolken fassen das Kreuz, die Gestalt Christi und den Altar. Triumph, Macht und Herrlichkeit strahlt dieses Bild des am Weltenende wiederkehrenden Christus aus.

3_Mosaik Vorraum

Das Mosaik im Vorraum der Kirche ( 1956 ) zeigt schwebende Engel, die das unter Tr├╝mmern wiedergefundene Bild der Immerw├Ąhrenden Hilfe zur Verehrung entgegenhalten. Symbole der Lauretanischen Litanei umranden die Nische.

Alle neuen Fenster des Wiederaufbaus wurden von Richard Seewald gestaltet. Die Chorfenster (1956) weisen auf das erste Kapitel des Buches Ezechiel hin, in dem der Prophet seine Berufungsvision erz├Ąhlt. Jedes der vier Wesen in Menschengestalt hat vorn ein Menschengesicht, rechts ein L├Âwengesicht, links ein Stiergesicht und nach hinten ein Adlergesicht. Ihre Fl├╝gel sind nach oben weit ausgebreitet. Diese Wesen werden den vier Evangelisten zugeordnet. R├Ąder, deren Felgen voll Augen sind, befinden sich neben diesen Wesen (Rundfenster).

In den Fenstern des Querschiffes ist der Bericht des zw├Âlften Kapitels aus der Geheimen Offenbarung enthalten. „Eine Frau, mit der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren F├╝├čen und eine Krone von zw├Âlf Sternen auf ihrem Haupte...“ (Bild Mitte). „Noch ein anderes Zeichen erschien m Himmel: Siehe ein gro├čer feuerroter Drache mit sieben K├Âpfen und zehn H├Ârnern und sieben Kronen auf seinen K├Âpfen...“ (Bild links). „Sie gebar ein m├Ąnnliches Kind, das alle V├Âlker mit eisernem Zepter regieren soll.“ (Bild rechts). (Rundfenster) gegen├╝ber: “Da erhob sich ein Kampf am Himmel. Michael und seine Engel k├Ąmpften mit dem Drachen...“

Die Fenster der Seitenschiffe ( 1956 ) zeigen den Bericht der Sch├Âpfung. Wie fr├╝her die Bibelbilder, die des Lesen Unkundigen unterrichten sollten, so wollen auch uns die Fenster zur Betrachtung des Sch├Âpfungswunders anregen. Die Fenster in der Taufkapelle zeigen: Das Blut vergie├čende Lamm, der aus den Flammen verj├╝ngt aufsteigende Ph├Ânix und der mit seinem Blut die Jungen n├Ąhrende Pelikan weisen auf die Wiedergeburt in der Taufe hin. Gegen├╝ber sind Hinweise des Alten Testaments auf die Taufe: Die Gesetzestafel, das aus dem Felsen springende Wasser und die eherne Schlange.

Alle Darstellungen in unserer Kirche haben das einheitliche Thema: Gottes Heilsordnung und ihre Zerst├Ârung durch den Menschen. Im Fenster des siebten Sch├Âpfungstages sagt Gott : Alles ist gut und in Ordnung. Der S├╝ndenfall ( Fenster im vorderen rechten Seitenschiff ) zerst├Ârt diese gottgewollte Ordnung.

4_Fenster Geburt Jesu

Auch von Richard Seewald gestaltet sind die Fenster in der Marienkapelle. Sie zeigen die Verk├╝ndigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel, die Geburt des Kindes und schlie├člich Maria unter dem Kreuz.