1_Heilige Dreifaltigkeit 2017 (c) Eva Koch

Kirche Heilige Dreifaltigkeit | Jülicher Straße 50, 40476 Düsseldorf

Die Pfarrei Dreifaltigkeit ist die älteste außerhalb der Stadtmauern des alten Düsseldorf. Sie wurde 1691 von den Kanonikern Gebrüder Sommers und Bartholomäus von Weyer gestiftet. Die Sommersstraße ist nach den Hauptstiftern benannt. Ihr Standort mit Friedhof war ursprünglich am heutigen Münsterplatz. Eine Bronzeplakette an der Gaststätte „Rachen" erinnert an diese alte dreitürmige Kirche.

2_Dreifaltigkeit alt

Die ursprüngliche Kirche wurde 1891 abgerissen. An ihrer Stelle wurde der jetzige neugotische Bau errichtet. Damals nahm die Zahl der Düsseldorfer sehr stark zu und so wurden von der Dreifaltig-keitspfarre 10 weitere Tochter- und Enkelpfarren abgetrennt, u. a. die heute zur Pfarrgemeinde zählenden Kirchen Heilig Geist, Herz Jesu, Sankt Adolfus, Sankt Lukas ( als Tochter von Herz Jesu ) und Sankt Rochus.

Ursprünglich hatte der Turm der Kirche einen spitzen Helm, der im 2. Weltkrieg 1944 mit der Kirche zerstört wurde und beim Wiederaufbau nicht wieder aufgesetzt wurde.

Betrachten wir die Kirche und ihre Einrichtungsgegenstände. Der Glockenturm (ca. 50 Meter) mit seinen 6 Glocken steht auf zwei Kirchenetagen. An Stelle eines Turmhelms wird der Turm abgerundet von einer großen Steinkrone, die auch an eine Burg erinnern kann. Der Wiederaufbau der Kirche geschah unter Pfarrer und Stadtdechant Ernst Kreuzberg in den 60-er Jahren. Dem Empfinden der Zeit gemäß ist die Kirche äußerst schlicht gehalten. Der Turm wird geschmückt von einer golden leuchtenden Turmuhr.

Die Türklinken der Eingangstüren sind gestaltet als Fische. Der Fisch ist eine uralte Bezeichnung für Christus (Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter = Ichthys).

Von der kleine Vorhalle aus sind rechts die Marienkapelle und links die Taufkapelle zu sehen.

In der Marienkapelle thront vorne auf dem Altar die Madonna mit dem Kind.

Rechts daneben steht die Figur des hl. Josef (Künstler aus Oberammergau, 1995).

Die Fenster in der Marienkapelle stammen von Franz Pauli, von dem auch die gesamten Kirchenfenster stammen.

3_ Dreifaltigkeit vor der Zerst Ârung
4_Taufbecken

In der Taufkapelle sehen wir eine schmiedeeiserne Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit. Dieses Gitter hat ursprünglich das Hauptschiff von der Chorkapelle abgetrennt, wurde aber nach der Renovierung der Kirche (1964) hier angebracht, wo die Kinder im Namen des dreifaltigen Gottes getauft werden. Das Taufbecken, aus Marmor gearbeitet, ist schlicht. Auf dem Deckel des Brunnens sieht man eine Engelgestalt. In den Fenstern der Taufkapelle ist das Leben Jesu dargestellt.

In der Kirche stellen wir eine große Nüchternheit des Raumes fest. Selbst die vor der Zerstörung vorhandenen Säulen wurden entfernt. Dadurch ist sie wie ein großer Festsaal. Die Besonderheit sind pyramidenartige Formen an der hängenden Decke. An den Seiten gehören die Apostelleuchter und die 14 Kreuzwegstationen (von Willi Dirx) zur Einrichtung.
Der einzige Schmuck ist die Madonna an der Säule vorne rechts, die im Stile von Tilmann Riemenschneider gestaltet ist und aus Anlass des Goldenen Priesterjubiläums von Pfarrer Guido Aix gestiftet wurde.

Eine Besonderheit ist der Orgelprospekt. Die Seifert-Orgel erklingt von zwei Seiten her, von rechts kommen u. a. die Trompetenklänge.

Der Altar braucht in der großen Kirche eine große Mensa, an der Altarfront kann man Bild- tafeln (Antependien) befestigen: die Dreifaltigkeit oder die Fußwaschung, je nach Kirchen-jahreszeit.
Das Ambo ist wieder sehr schlicht, ein paar Bergkristalle in Kreuzesform sind der schlichte Schmuck.
Über dem Altar hängt ein (gotisches) Kreuz, auf dessen Rückseite ein kleines Medallion mit dem Lamm Gottes abgebildet ist.

In der Chorkapelle ist der Tabernakel rechts zu sehen, mit der Darstellung des Auferstandenen und des anbetenden Thomas. Auf der linken Seite ein Rest aus dem Alten Chorgestühl mit einer kleinen Madonna. An der Rückwand sieht man den Grundstein der Kirche von 1891.
Dieser Grundstein ist meistens verdeckt von einem blausilbernen Wandbehang, der das darüber zu sehende Kirchenfenster nach unten fortsetzen soll und vom Künstler Franz Pauli entworfen wurde.
Der wirkliche Schmuck der Chorkapelle sind die Kirchenfenster von Franz Pauli von 1964. In der Chorkapelle befinden wir uns gewissermaßen im himmlischen Jerusalem, im gläsernen Meer. Das Chorfenster (in der Mitte) zeigt den Pantokrator Christus, umgeben von den Evangelistensymbolen (Engel, Löwe, Stier, Adler). Über ihm schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Zu Füßen des Christus entspringen die Ströme lebendigen Wassers, aus dem auch einige Wesen trinken. Auch die Fenster rechts und links stellen die Offenbarung des Johannes dar. Links sieht man den (goldenen) Finger Gottes, der die Tränen eines Menschen trocknet. Immer wieder das Motiv von anbetenden Wesen.

Die Gesamtgestaltung der Kirchenfenster in der Kirche soll die Erhebung der Schöpfung aus der Finsternis in den Bereich des Lichtes darstellen, aber in abstrakter Form.
Eine Ausnahmen sind die beiden Heiligen: Sebastian über der Sakristeitür und die hl Barbara über der Tür auf der linken Seite. St. Barbara ist mit Maria, dem hl. Petrus und Paulus und Franz Xaver Patronin der Kirche. Alle sind sie Patrone des guten Todes.

Dem Besucher fallen noch zwei Reliefs auf. Rechts (neben der Sakristeitür) sind die beiden Stifter Sommers zu sehen, eine Stiftung des Derendorfer Jonges. Ursprünglich war das Grab der beiden Stifter außerhalb der Kirche an der Kirchenmauer der Sakristei. Aber seit dem Krieg sind die Gräber verschollen.
Auf der linken Seite hängt das Relief zum Andenken an Herrn Prälat Thinel, Apostolischer Protonotar, der bis zu seinem Tode 1987 als Subsidiar in der Pfarre tätig war. Die Kirche wurde ursprünglich gebaut, damit auch nachts, wenn die Stadttore des alten Düsseldorf geschlossen waren, Menschen für die Sterbestunde versehen werden konnten. So ist die Kirche Heilige Dreifaltigkeit ein mahnendes „Memento mori" „Mensch gedenke, dass du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst.


Heinz Eicker, Pfarrer in Heilige Dreifaltigkeit und Heilig Geist von 1986-2008 
(verstorben am 13.09.2017)

5_Dreifaltigkeit innen (c) Eva Koch

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